Die Menschen in den Akten - wie im Bergell Hexen und Hexenmeister gemacht wurden

Samstag, 11.04.26, 16.00

Sala polivalente, Maloja

Die Gerichtsstube (stua) im Pretorio in Vicosoprano. An der Wand der Gerichtsstab (Bacchetta). Foto: Jennifer Novick

Zweisprachiger Vortrag von Antonia Bertschinger und Jennifer Novick (Italienisch/Deutsch)

In der Frühen Neuzeit war Graubünden ein Hotspot der Hexenverfolgung. In einem Projekt des Instituts für Kulturforschung Graubünden erforscht Antonia Bertschinger diese Verfolgung erstmals umfassend und systematisch. Fallstudien vertiefen die allgemeine Forschung. Für die Fallstudie Bergell arbeitet Antonia Bertschinger mit der Genealogin Jennifer Novick zusammen. Der genealogische Zugang ermöglicht es, die in die Verfolgung involvierten Personen zu identifizieren und in ihren verwandtschaftlichen Beziehungen zu situieren. Es zeigen sich unerwartete Muster in der «Auswahl» der Opfer.

In ihrem Vortrag gewähren Antonia Bertschinger und Jennifer Novick Einblicke in ihre Quellen und Forschungsmethoden und stellen Familien vor, die von der Hexenverfolgung betroffen waren.

Der Vortrag wird auf Deutsch und Italienisch gehalten; die gezeigten Folien werden zweisprachig sein.

Die Referentinnen:

Jennifer L. Novick hat einen Master in Mathematik von der Universität New York und einen in Kreativem Schreiben von der Universität Columbia. Vor einigen Jahren beendete sie ihre Karriere als Lehrerin und ist seither als Genealogin tätig.

Antonia Bertschinger studierte Philosophie an der Universität Basel und später War Studies am King’s College London. Seit 2016 befasst sie sich intensiv mit Bündner Geschichte.