Vergangene Veranstaltungen
Hier finden Sie die vergangenen Veranstaltungen der Historischen Gesellschaft Graubünden.
Gefährliches Graubünden
Martedì, 19.05.26, 18.30
Rätisches Museum, Chur

Ein monumentales Denkmal der Naturgefahren-Baukultur in Graubünden: Das Schutzdamm-Bauwerk Giandains, das Pontresina seit 2003 vor Lawinen und Murgängen schützt. Es besteht aus zwei je 230 Meter langen, 13.5 Meter hohen und 67 Meter breiten Dämmen. Im Ernstfall kann es bis zu 240‘000 Kubikmeter Lawinenschnee oder bis zu 100‘000 Kubikmeter Murgang-Schutt auffangen. Foto: Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden.
Dynamische Vorgänge im Innern des Planeten bewirken, dass es kaum mehr Relikte gibt aus der Zeit der Entstehung der Erde vor viereinhalb Milliarden Jahren. Unzählige Prozesse verändern die Erdoberfläche tagaus, tagein; die einen langsam und unauffällig, die anderen plötzlich und weithin sichtbar. In unserer Gebirgslandschaft ist der Wandel besonders gut wahrnehmbar und erlebbar.
In dieser Landschaft gibt es monumentale Zeugen, Denkmäler der Veränderung. Ein Beispiel: Der Flimser Bergsturz. Er ist europaweit eines der gewaltigsten dieser Denkmäler, denn er ist der grösste Bergsturz in den Alpen. Vor 9500 Jahren lösten sich westlich und südlich des Flimsersteins rund 10 Kubikkilometer Fels und stürzten innerhalb von wenigen Minuten zu Tal.
Da auch unsere Lebensräume Teil der Gebirgslandschaft sind, sind wir der verändernden Dynamik ausgesetzt. Viele der raschen Vorgänge stellen für uns gefährliche Ereignisse dar, denen unsere Vorfahren oft zum Opfer fielen.
Der Geologe Markus Weidmann geht in seinem Vortrag auf all diese Aspekte ein: Wie sich die Erde allumfassend wandelt, zu welchen Gefahren dies in Graubünden führt – und wie wir eine Kultur entwickelt haben, um mit diesen Gefahren umzugehen.